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Sternennacht im Museum

Rundgang mit Markus Landert und Querdenker-Vortrag von Paolo Bianchi. Ein Blick in die Sterne kann zum unverhofften Erlebnis werden. Etwa dann, wenn sich Mitte August die Sternschnuppen häufen und der Blick ins Dunkel durch eines dieser schnellen Lichtereignisse verzaubert wird. Im Kunstmuseum Thurgau bietet sich am 12. August die Möglichkeit, bis tief in die Nacht die sogenannten Tränen des Laurentius gemeinsam zu bestaunen. Eingeführt wird der Abend durch eine Sternenführung des Museumsdirektors Markus Landert. Es folgt ein Impulsvortrag des Autors und Herausgebers Paolo Bianchi zur „Ressource Kreativität“.

Nunmehr schon seit Jahren gibt es im Kunstmuseum Thurgau die schöne Tradition, in der Nacht des Schauermaximums der sogenannten „Tränen des Laurentius“ gemeinsam nach Sternschnuppen Ausschau zu halten. Bei gutem Wetter können in der Nacht vom 12. zum 13. August pro Stunde bis zu 100 Sternschnuppen gesichtet werden. Da diese Häufung von Sternschnuppen zeitlich mit dem Fest des christlichen Märtyrers Laurentius am 10. August zusammenfällt, wird das Phänomen auch die „Tränen des Laurentius“ genannt. Die Sternschnuppen werden als die glühenden Tränen des Heiligen gedeutet, der als Märtyrer auf einem Rost über dem Feuer zu Tode gefoltert wurde.

Anlass zu dieser Veranstaltung im Kunstmuseum Thurgau ist die Arbeit „The Tears of St. Lawrence“ des Künstlers Olaf Nicolai, dessen Werk die Menschen dazu verführen will, aktiver und genauer hinzuschauen. Dieses Jahr beginnt die Veranstaltung um 19.30 Uhr mit einer Sternenführung von Markus Landert zu Werken im Kunstmuseum und im Ittinger Museum. Im Zentrum des Rundgangs stehen nicht nur die Arbeit von Olaf Nicolai oder die Geschichte des Märtyrers Laurentius, sondern auch die Frage nach den Möglichkeiten und Grenzen der heutigen Kunst und der Wahrnehmung.

Um 21 Uhr lanciert der Schweizer Kurator und Autor Paolo Bianchi in einem Vortrag mit dem Titel „Ressource Kreativität“ eine Anstiftung zum Querdenken. Wahre Kreativität brauche, so seine Kernaussage, das Ausschweifende und krumm Geratene. Sie meidet die zielstrebige Gradlinigkeit und führt über irritierende Umwege. Und vor allem: Sie ist ein Akt und keine Sache. Mit seiner Anstiftung zum Querdenken öffnet der Kreativitätsforscher Bianchi einen Weg, wie mit der Komplexität der heutigen Welt umgegangen werden kann. Bianchi meint: „Querdenken fungiert als widersprüchlicher Balanceakt zwischen Rast und Spurt. So entstehen Momente der Offenheit für Abweichungen, für Ungeplantes und bislang Unverfügbares, genährt aus den Quellen unbewusster Kräfte.“

Anschliessend an das Referat wird im grossen Kreuzgarten bei Fruchtbowle und angeregten Gesprächen gemeinsam nach den Tränen des Laurentius Ausschau gehalten.
Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt. Der Eintritt ist frei.

Das Kunstmuseum Thurgau ist am 12. August durchgehend bis zum Ende der Veranstaltung offen. Es besteht die Möglichkeit, vor oder nach den Angeboten letztmalig die Ausstellungen „Bildstein | Glatz – Nr. 1“ und „Konstellation 9. Alles fliesst.“ zu besichtigen.

Mehr Informationen zur Veranstaltung finden Sie unter www.kunstmuseum.tg.ch

Veranstaltungsort

Kartause Ittingen
8532  Warth

Weitere Informationen

Tel. Tel. +41 58 345 10 60
sekretariat.kunstmuseumNULL@tg.ch
http://www.kunstmuseum.ch

Organisation

Kunstmuseum Thurgau