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Hans Krüsi: Auch ein Nichts kann etwas werden...

8. April 2001 – 7. Oktober 2001

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Hans Krüsi: Drei Kühe © Kunstmuseum des Kantons Thurgau
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Hans Krüsi: Serviette © Kunstmuseum des Kantons Thurgau
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Hans Krüsi beim Blumenverkauf in Zürich © Fotografie Evelyne Hoster Meeuwse
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Hans Krüsi: Mann mit Vogel in der Hand © Kunstmuseum Thurgau

Eine Werkübersicht

Hans Krüsi starb am 9. September 1995. In seinem Testament vermachte er seinen gesamten Nachlass mit Ausnahme einiger Einzelvermächtnissen an seine engsten Freunde dem Kunstmuseum des Kantons Thurgau in der Kartause Ittingen. Alle zum Zeitpunkt des Todes dem Künstler gehörenden Werke, sein Vermögen sowie seine gesamte Wohnungs- und Ateliereinrichtung gingen in den Besitz des Kunstmuseums über. Mit der Annahme von Krüsis Erbschaft ist das Kunstmuseum des Kantons Thurgau eine Verpflichtung eingegangen: In den vergangenen fünf Jahren ist die im Nachlass des Künstlers enthaltene, fast unüberschaubare Masse von gestaltetem Material zuerst gesichtet, dann geordnet und schliesslich in eine museumswürdige Aufbewahrung überführt worden. Parallel dazu verlief eine inhaltliche Auseinandersetzung, in deren Verlauf das Schaffen von Hans Krüsi einer intensiven Neubefragung unterzogen wurde. Mit der Ausstellung und der umfangreichen Publikation, die das Projekt begleitet, werden die im Laufe dieses Prozesses gewonnenen Erkenntnisse einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt.

Die mit der Aufarbeitung des Nachlasses verbundene tiefgreifende Auseinandersetzung führte zu einer grundsätzlichen Neubewertung von Krüsis Schaffen. Zu Lebzeiten war der Künstler vor allem als Maler von Landschaften, Blumen- und Figurenbildern bekannt geworden. Heute zeigt sich ein völlig neues Bild: Krüsi war nicht nur Bildermaler und Objektkünstler, sondern eine Persönlichkeit, deren kreative Betätigung sich auf alle Lebensbereiche erstreckte. Er spiegelte seine Sicht der Welt durch exzessives Fotografieren, durchstreifte als Tonjäger mit dem Aufnahmegerät sein Umfeld und wandelte seine engsten Lebensräume in eigenwillige Labyrinthe um, in denen die unkonventionellen Ordnungsmuster eine kaum mehr zu überschauende Realisierung fanden.

Die Ausstellung Hans Krüsi “Auch ein Nichts kann etwas werden” versucht, der Vielfalt dieses aussergewöhnlichen Künstlers gerecht zu werden. Im Zentrum stehen die kreativen Schaffensprozesse: Neben herausragenden bildnerischen Werken aus dem Nachlass präsentiert sich Krüsi neu auch als Performer, als Tonsampler, Bildersammler und Sprachjongleur, der sich mit einem breiten Inventar aus selbstentwickelten Strategien modellhaft sein eigenes Universum kreierte.

Die Publikation zur Ausstellung und ein DVD über Hans Krüsi ist im Shop erhältlich.

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