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Bildstein ǀ Glatz: LOOP

21. Mai 2017 – 21. Mai 2020

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Das arttv-Video von Ueli Abt gibt Einblick in die Entstehung der Grossplastik.

Der zweifache Überschlag vor dem Kloster hebt sich mit seinen leuchtenden Farben ab von der ländlichen Idylle, den Hopfenfeldern und dem Wald, den umgebenden Hotel- und Seminargebäuden im Hintergrund. Die spektakuläre Form und die starken Farbkontraste erinnern an Vergnügungsparks und an die Sport- und Freizeitindustrie. Ist auch in der Kartause Ittingen das Streben nach spirituellen Erfahrungen durch die Suche nach dem ultimativen Adrenalinrausch abgelöst worden?
Doch bei näherer Betrachtung wird klar, dass sich das Kunstwerk nicht zur Begehung eignet. Handelt es sich eher um ein Gedankenspiel, bei dem eine geistige an die Stelle einer körperlich nicht realisierbaren Bewegung tritt? Oder hat sich hier die pure Experimentierlust, die Gesetze der Schwerkraft zu überwinden, materialisiert?
Matthias Bildstein und Philippe Glatz bedienen sich in ihrem Werk der formalen Sprache von Sport- und Freizeitindustrie, um sie in die Bildende Kunst zu überführen. Das gemeinsame Schaffen des Künstlerduos aus Wien und Kreuzlingen umfasst neben überdimensional grossen Konstruktionen und Gemälden in öffentlichen und musealen Räumen (z.B. "So weit das Budget reicht", 2009, Arbon; "Umlenker", 2012, Schnepfau) auch kleinere Skulpturen, Multiples oder Installationen wie eine Minigolfanlage mit Hindernissen aus Bronzegüssen ("Futurepark", Wien, 2017).
LOOP vor dem Kunstmuseum kann als Gebilde zwischen Bauexperiment und Denkfigur, Verheissung und Verweigerung, Spektakel und Ironie betrachtet werden.
Die komplexe Form des Doppelloopings spielt auf verschiedene Erklärungsmodelle und Repräsentationsformen an: Die elliptischen Bögen erinnern an die Unendlichkeits-Symbolik einer liegenden Acht, an die Schlaufen von Escher oder Bach oder entfernt auch an das rätselhafte Möbiusband. Die durch die Kreisformen suggerierte Dynamik verweist auf andere Dimensionen. Vor den Toren zum ehemaligen Klostergelände kommt jene hinzu: Der Einsiedler- und Schweigeorden der Kartäuser führte über 400 Jahre sein zurückgezogenes Leben in Gebet und Meditation. Die geschwungene Fahrbahn des Künstlerduos findet für diese Vorstellung vom selbstvergessenen Kreisen ein zeitgenössisches Bild. Auf der Umlaufbahn zweier, miteinander verbundener Kreise stellen sich neue und alte Fragen – nach Spiritualität und zeitgenössischem Spektakel, nach der Sinnhaftigkeit unserer Leistungsgesellschaft und Selbsterkenntnis. So wird LOOP zum Sinnbild für die Reflexion über jegliches Handeln und Dasein führen, für Versenkung und Entrückung.

Das Künstlerduo hat LOOP gemeinsam mit ihrem Team sowie betreuten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stiftung Kartause Ittingen gebaut. Das Kunstmuseum Thurgau dankt Ihnen und allen weiteren Beteiligten herzlich.

Matthias Bildstein (*1978, Hohenems) und Philippe Glatz (*1979, St. Gallen) leben in Wien und Kreuzlingen. Mehr unter www.bildsteinglatz.com.


Ab dem 13. Mai 2018 bis zum 12. August wird das Kunstmuseum Thurgau in einer Einzelausstellung mit Bildstein | Glatz deren bisheriges Schaffen vorstellen.


Das Projekt wird grosszügig unterstützt von
Dr. Heinrich Mezger-Stiftung, Stiftung für Ostschweizer Kunstschaffen, Land Vorarlberg
White True Innovation, alltagskonstruktionen.ch sowie
Konrad Keller Holz AG, Ellenbroek Hugentobler Frauenfeld, Gerhard Berchtold Zimmerei, Egle Sonnen- und Wetterschutz, Krinner Das Schraubfundament, Atelier für Aussergewöhnliche Angelegenheiten, Walser Kunststofftechnik, Keel Holzhackservice, Molotow Farben, Rohrlaser Stanztec sowie der Keller Stahl AG.
Ein Projekt in Zusammenarbeit mit der Stiftung Kartause Ittingen.

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